Anonymisiert: --

Karl-Olfers-Platz Cuxhaven

Gebäudetyp: Wohnen + Arbeiten , Plätze + Ensembles

Touristische Regionen: Landkreis Cuxhaven

Adresse:
Straße: Karl-Olfers-Platz
PLZ: 27472
Ort: Cuxhaven

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Olfers

http://cuxpedia.de/index.php?title=Karl-Olfers-Platz

Zu den fast vergessenen, aber genialen Leistungen von Karl Olfers gehört es, während der Inflation Anfang der 20er Jahre als Finanzausschussmitglied den Stadtrat zu überzeugen, in Backsteine zu investieren. Diese prägen bis heute das Bild der Stadt und wurden zeitweise sogar zur Vertrauensbasis des Cuxhavener Notgeldes. Man nannte das Notgeld deshalb zeitweise auch “Olfersche Steinwährung”. Neben seiner politischen Karriere übernahm der Zimmermann Karl Olfers 1925 die Geschäftsführung des 1922 von der Arbeiterbewegung gegründeten Wohnungsbauunternehmens „Bauhütte Cuxhaven“. Ihm gelang es die Bauhütte ökonomisch erfolgreich zu machen und gleichzeitig qualitätvollen Wohnungsbau für alle in der Stadt zu schaffen. Die Backsteinbauten der Bauhütte (gebaut mit seiner Steinwährung) wie z. B. das „Olfers Eck“, das Genossenschaftshaus an der Ecke Nordersteinstraße/Segelckestraße, das Pressehaus am Kaemmererplatz u.v.m. prägen noch heute das Stadtbild. 

Das rote Ensemble aus mehrgeschossigen Wohnbauten und Bürohäusern am Karl-Olfers-Platz in Cuxhaven wurde durch den sozialdemokratischen Stadtrat und späteren Oberbürgermeister Karl Olfers initiiert. Der städtebauliche Entwurf, der die Anlage in seinen Bewegungen und Ausdehnungen zu einer Einheit zusammenfasst geht zurück auf Fritz Schumacher, der 1925 einen Bebauungsplan für Cuxhaven aufgestellt hatte. Für den damals neu angelegten Elfenweg hatte der Hamburger Architekt Friewdrich Ostermeyer eine Gesamtplanung hingelegt. Der Olfers Platz ist in seiner Einheitlichkeit städtebaulich und architektonisch eine der gelungsten Wohnanlagen für das Neue Bauen der 20er Jahre. Hier scheint das ganze Repertoire der Moderne auf einem Ort vereint: dynamische Rhytmisierung der Baukörper und Fassaden, abgerundete und getreppte Gebäudeecken, horizontale Fassadengliederung und Gliederung der Fensteröffnungen, im Dachgeschoss quadratische Fenster, flaches Dach, feinsinnig gestaltete grafische Letter auf den Backsteinfasaden.

Architekten: P.H. Noris BDA, Richard Alberts (Haus Handwerk), Hans Land (Ledigenwohnheim für Fischindustrie)

Fotos: Christian Burmester