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St. Viti Kirche und Kloster Zeven (Museum)

Gebäudetyp: Sakrale Bauwerke , Gärten + Parks

Touristische Regionen: Landkreis Rotenburg

Adresse:
Straße: Klostergang 2
PLZ: 27404
Ort: Zeven

Im Jahre 1141 wurde ein Frauenkloster von Heeslingen nach Zeven verlegt und die bis heute bestehende Kirche erbaut. “Sie ist eine einschiffige, aus Feldsteinen in romanischem Styl erbaute, mit Bruchsteinen (einem leichten porösen Stein, wie er nur am Rhein gefunden wird) überwölbte Kreuzkirche, am Ostende mit halbrunder Apsis, im Westen mit einem quadratischen Turm in Breite des Schiffs versehen, der etwa vom Boden des Kirchendachs an in die Rundung übergeht und eine später errichtete hölzerne Haube trägt.” (Johannes Müller). Die St. Viti Kirche ist die älteste Kirche mit durchgängiger Wölbung im Elbe-Weser-Dreieck. Die Außenmauern wurden im Laufe der Zeit stellenweise mit Ziegelsteinen ergänzt und erhielten so ein interessantes Wechselspiel zwischen den Steinmaterialien.

Das Kloster wurde nach einem vorgegebenen Systemplan des Benediktiner-Ordens gebaut und bestand als Konvent bis 1648. Zentraler Teil war der quadratische Kreuzgang. Er wurde um 1650 in Zeven abgebrochen, ist jedoch heute noch nachweisbar durch die Steinvorsprünge an der Nordfassade, welche auf ein ehemaliges Tonnengewölbe parallel zum Klosterbau hindeuten. Die strenge Ordnung benediktinischer Klosteranlagen sollte die innere Ordnung des klösterlichen Menschen widerspiegeln.

Nachdem 1231 Reliquien des heiligen Vitus von Corvey nach Zeven verlegt wurden, entwickelte sich dort ein wichtiger Wallfahrtsort und führte zur Blüte des Ortes. 1648 fiel die Klosteranlage für mehrere Jahrzehnte an die schwedische Krone. In der Barockzeit erhielt die Kirche eine sogenannte welsche Haube, heute ein Wahrzeichen der Stadt. Mit dem Tod der letzten Nonne 1695 endete die Geschichte des Klosters endgültig. 1824/25 diente der Zevener Kirchturm Carl Friedrich Gauß als einer der Dreieckspunkte für seine Landvermessungen. Es wurden im folgenden aber kaum Erhaltungsarbeiten für die Kirche und das Kloster durchgeführt, weshalb es 1867 wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollte. 1872 wurde die Kirche dann doch renoviert. Von den Klostergebäuden existiert nur noch ein Flügel. Der ehemalige Kreuzgang wird heute durch einen entsprechend gestalteten Laubengang angedeutet.

Fotos: Christian Burmester