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Schloss Bremervörde-Bachmann Museum

Gebäudetyp: Herren- + Adelssitze , Kultur / Freizeit / Kunst

Touristische Regionen: Landkreis Rotenburg

Adresse:
Straße: Amtsallee 8
PLZ: 27432
Ort: Bremervörde

Im Mittelalter war die Furt (Vörde) durch die Oste beim heutigen Bremervörde die einzige Möglichkeit, den Fluss im Elbe-Weser-Dreieck zu überqueren. Der spätere Kaiser Lothar von Süpplingenburg errichtet an dieser strategisch bedeutenden Stelle im frühen 12. Jahrhundert bereits eine Burganlage, die 1218 durch den Bremer Erzbischof erobert wurde. Im Laufe des Mittelalters bauten die Bremer Landesherren diese Burg zu ihrem zentralen Residenzschloss und zum Verwaltungssitz für das gesamte Elbe-Weser-Dreieck aus.
Zu den Amtsträgern gehörte auch Heinrich von Borch. Der als ‚Isern Hinnerck‘ (Eiserner Heinrich) bekannte Ritter hatte sich die Burg Anfang des 14. Jahrhunderts unrechtmäßig angeeignet und wurde 1310 durch den Erzbischof wieder vertrieben (s. auch Burg im Dannsee).
Unter dem schwedischen General Carl Gustav Wrangel, der Schloss Bremervörde nach dem 30-jährigen Krieg als Schenkung erhielt, begann die letzte Blütezeit. Er baute die repräsentativen Gebäude wieder auf, stattete diese prächtig aus und ließ die aufwändigsten Gartenanlagen des Elbe-Weser-Dreiecks anlegen. Nach seinem Tod verfügte die schwedische Krone die Aufgabe des Schlosses. Ab 1682 wurden die Festungsanlagen geschliffen und die Gebäude systematisch abgetragen. Insgesamt 176.326 Ziegelsteine und einige Ornamentsteine aus Sandstein wurden in Stade in den Schwedenspeicher verbaut.
Nur das Kanzleigebäude des Schlosses aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts und der angrenzende Marstall blieben erhalten und dienten in den folgenden Jahrhunderten als Amtshaus und Landratsamt. Heute beherbergt das älteste Gebäude der Stadt Bremervörde das Bachmann-Museum für Regionalgeschichte. Auf der Südseite zeigt das sichtbare Mauerwerk mit den verschiedenen Ziegelformaten die vielen Umbauphasen der vergangenen Jahrhunderte. Im Museumspark sind die ehemaligen Festungsgräben als Teiche erhalten.
 Fotos: Christian Burmester / Lothar Tabery