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Friedhofskapelle Geestemünde Bremerhaven

Gebäudetyp: Sakrale Bauwerke

Touristische Regionen: Bremerhaven

Adresse:
Straße: Feldstraße 16
PLZ: 27576
Ort: Bremerhaven

1924 vereinigten Geestemünde und Lehe sich zur Stadt Wesermünde. Im April 1927 wandte sich die Gemeinde an den Magistrat; denn nach der neuen Bauordnung war beim Bau einer Kapelle mit enormen Straßenbaukosten zu rechnen. Der Oberbürgermeister Walter Delius schaltete sich ein. Nachdem man sich Ende April 1930 in zwei Verträgen geeinigt hatte, beauftragte der Kirchenvorstand den Architekten Wilhelm Allers mit dem Entwurf einer Friedhofskapelle. Eingeweiht wurde sie am 22. Dezember 1931.

Dem Friedhofsplaner und Gartenarchitekten Franz Siebold gelang es innerhalb von zwei Jahren, den Friedhof umzugestalten und zu verschönern. Noch 1937 entstand das kleine, aber wichtige Verwaltungsgebäude gegenüber vom Haupteingang. Wesermünde und Bremerhaven fanden erst im November 1939 zusammen. Die Kapelle und ihr gärtnerisches Umfeld sind streng formal gestaltet. Die Baugliederung der Kapelle könnte eine Referenz an die Marienkirche sein. Erkennbar ist die Nähe zum Backsteinexpressionismus. Über den Flügeltüren des Eingangs steht die gemauerte Inschrift:

JESUS SPRICHT: ICH LEBE UND IHR SOLLT AUCH LEBEN

In die Mauerfläche des Turms ist das Heilige Kreuz aus vergoldeten Binderköpfen integriert. Die zwei Stelen am Eingang tragen kreuzförmige Lampenkörper aus blauem Glas. Im Untergeschoss sind zehn Kammern für die Aufbahrung der Toten.

Zur Hebung und Förderung der Friedhofs- und Grabmalkunst wurde 1938 die noch heute unter dem Namen bekannte „Musterfriedhofsanlage“ fertiggestellt. Das Friedhofsamt hatte sich mit dieser Anlage die Aufgabe gestellt, die ganz uneinheitliche Gestaltung der Grabmäler und Grabstätten grundlegend zu erneuern. In diesem Beerdigungsfeld lagen die einzelnen Grabstätten ohne Trennung durch Hecken oder sonstige Pflanzungen nebeneinander. Der Rasen war das verbindende Element und beherrschte mit den gleichförmigen Efeuhügeln die gesamte Anlage.

Architekt: Wilhelm Allers