Anonymisiert: --

Hoetger Hof Worpswede

Gebäudetyp: Wohnen + Arbeiten , Hotels + Gastronomie

Touristische Regionen: Landkreis Osterholz

Adresse:
Straße: Hinterm Berg 14
PLZ: 27726
Ort: Worpswede

Nach dem Verkauf des Brunnenhofs erbaute Bernhard Hoetger am südlichen Hang des Weyerberges – Hinterm Berg 14 – in den Jahren von 1921 bis 1922 seinen zweiten Worpsweder Wohnsitz. In dem begehbaren Kunstwerk, das exakt nach Süden ausgerichtet ist, befindet sich heute Das Kreative Haus. Hoetger schuf mit den Materialien der Umgebung ein einzigartiges Gebäude, dessen ungewöhnliche Atmosphäre bis heute für Besucher erlebbar ist.

Architekt: Prof. Bernhard Hoetger

Vorgeschichte:

1915 kaufte Hoetger in dem Ort ein Haus mit Grundstück, den Brunnenhof: Das Gebäude baute er zum geräumigen und repräsentativen Wohn- und Atelierhaus aus. Den Park gestaltete er auch mit Werken aus seinem Zyklus Licht und Schatten. Paarweise stellte er die Abgüsse der Titel Wut, Rache, Panther und Silberlöwe auf. Der Kunsthistoriker Wolfgang Saal meint, in der Gestaltung des „Brunnenhofes“ 1915 eine „… Konkretion von Hoetgers Sonnensehnsucht …“ zu erkennen, die sich auch in Architekturentwürfen fortsetzte. Die Skulptur Der schreitende Jüngling ist ein Symbol dafür: „… Ferne schreitet im Sonnengarten erhobenen Armes der Jüngling einer kommenden Zeit …“ stützt die These der Sonnenausrichtung Hoetgers beim Umbau des Wohnhauses und Gestaltung des Gartens. Schon im Programm des Darmstädter Platanenhains 1911 bis 1914 kündigt sich diese „Sonnensehnsucht“ – wichtiger Inhalt vieler Religionen – an. Hoetger versuchte, eine aus den Elementen verschiedener Religionen und Kulturen zusammengesetzte weltanschauliche Synthese zu dokumentieren. So wie Hoetger die Bildhauerei vieler Epochen und Stilrichtungen künstlerisch verarbeitete, so filterte er aus den Religionen und Philosophien der Welt das heraus, was er für wesentlich hielt.

Fotos: Christian Burmester