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Schloss Horneburg

Gebäudetyp: Herren- + Adelssitze , Gärten + Parks

Touristische Regionen: Landkreis Stade

Adresse:
Ort: Horneburg

Die Horneburg wurde 1255 gegründet. Sie diente dem Erzbistum Bremen-Verden als östlicher Vorposten gegen das welfische Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Die innere Burg war als Insel ohne Wohnhäuser mit Wall, Graben, Palisaden und Zugbrücke mit Turm angelegt und von der ebenso befestigten Vorburg umgeben. Auf der Insel stand das Herrenhaus für die fünf Horneburger Burgmannsfamilien sowie Speicher und Ställe. Bei kriegerischen Gefahren zogen sich die Adelsfamilien und die abhängigen Bauern auf das Burggelände zurück. 1510 wurde die Horneburg als Verteidigungsanlage aufgegeben.

Nachdem bis zum 17. Jahrhundert sich einige Burgmänner neue Gutsanlagen beiderseits der Achse der Langen Straße angelegt hatten, errichtete die verbleibende Familie von Düring das Gut I auf dem Vorburggelände mit allen landwirtschaftlichen Nebengebäuden eines Gutsbetriebes. Das seit 1886 zweigeschossige Herrenhaus im Tudor-Stil hatte seinen Vorgänger in einem siebenachsigen niedersächsischen Hallenhaus von 1840. Das repräsentative Gebäude weist im Obergeschoß dekorative Andreaskreuze, Fensterverdachungen und Kranzgesimse auf. Die östliche, zum Garten gewandte Hausfront mit mittigem Hauszugang über eine Freitreppe wird durch einen aufwendig verzierten, schmiedeeisernen Vorbau als Tragkonstruktion des darüberliegenden Balkons geschmückt.

Der südlich angebaute dreistöckige Backsteinturm verweist als ein Element englischer Schloßbaukunst auf übernommenes Stilempfinden aus der Zeit der Personalunion des Königreichs Hannover mit Großbritannien. Das spiegelt sich auch in der Gartengestaltung als englischer Landschaftspark wieder, wenn auch heute der Blick über die dafür typische wasserumflossene Garteninsel (die ehem. Hauptburg) leider durch Schrebergärten versperrt ist.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute die Horneburger Adelsfamilie von Düring das heutige Horneburger Schloss als Gutshaus auf dem inneren Burgplatz. Auf dem ehemaligen Vorburggelände entstand der “von Düring’sche Pferdestall”, ein eingeschossiger Backsteinbau mit schiefergedecktem Satteldach und Eisenfenstern. Schloss und Pferdestall stehen auf schweren mittelalterlichen Feldsteinfundamenten und sind heute als Baudenkmäler geschützt.

Das Gebäude und der Garten sind derzeit in einem sanierungswürdigen Zustand. Lediglich die Schaufassade zum Garten konnte bisher mit EU-Mitteln saniert werden.

Architekt (Fassadensanierung): Jens Wilke

Fotos: Christian Burmester